Nachhaltigkeit

Unser Verständnis von Nachhaltigkeit

Als international agierendes Unternehmen sind wir uns unserer umfangreichen Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt bewusst. Um ungewollte Auswirkungen unserer geschäftlichen Tätigkeit minimieren zu können, haben Li & Fung als auch anlehnend daran die Miles eine Risikoanalyse durchgeführt. Für die ermittelten tatsächlichen Auswirkungen haben wir eine Reihe von Maßnahmen und verbindliche Mindeststandards festgelegt.

Im Bereich der Umweltökologie erstrecken sich die Hauptrisiken über Themengebiete von Treibhausgasemissionen, Wasserverschmutzung, Ressourcenverschwendung, Schadstoffausstoß sowie übermäßige Abfallproduktion.

Die im Bereich der sozialen Verantwortung identifizierten potentiellen Risiken bestehen im Wesentlichen aus den Themen Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Arbeitszeit/ Überstunden, Arbeitssicherheit, Vereinigungsfreiheit, Tarifverhandlungen, Mindestlöhne sowie Bestechung und Korruption.

Die Einhaltung der Mindeststandards und die Minimierung von etwaigen Risiken sowie unserer tatsächlichen Auswirkungen haben wir in unser Nachhaltigkeitsmanagement integriert.

Reduktion von Treibhausgasemission

Unterstützung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und Reduzierung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C. In Anlehnung an das Abkommen streben wir als Unternehmen an, den CO₂ Ausstoß bis 2050 um 85% zur Basis von 2015 zu reduzieren.

Reduzierung von Schadstoffeinsatz und deren Ausstoß

Für unsere Textilartikel und Schuhe streben wir eine Produktion nach den Anforderungen des Greenpeace DETOX Commitments an. In diesem Zusammenhang veranlassen wir in den von uns genutzten Hauptproduktionsstätten mit Nassveredlungsprozessen regelmäßig Abwasser- und Klärschlammuntersuchungen und überwachen deren Ergebnisse. Weiter geben wir den Produktionsstätten eine aktive technische Unterstützung mit unserem geschulten Fachpersonal in Europa und vor Ort in den Beschaffungsmärkten. Bei der Gestaltung unserer Produkte streben wir zusätzlich den Einsatz von Rohstoffen an, die eine möglichst geringe Belastung für die Umwelt darstellen und eine Recyclingfähigkeit unterstützen.

Abfallvermeidung

Innerhalb unserer Unternehmensprozesse und bei der Gestaltung unserer Produkte verfolgen wir das Ziel, unnötige Verpackungsabfälle zu reduzieren. Für kunststoffbasierte Verpackungsmaterialien haben wir uns das Ziel gesetzt, diese bis 2025 zur Basis von 2015 um 50% zu reduzieren. Bei holzbasierten Verbrauchsmaterialien und Verpackungen streben wir einen vollständigen Einsatz von nachhaltigen und zertifizierten Qualitäten an.

Soziale Unternehmensverantwortung

Zur Einhaltung unserer sozialen Verantwortung, bildet der Supplier Code of Conduct (CoC) unseres Mutterkonzerns Li & Fung die Grundlage für all unsere Einkaufstätigkeiten und ist fester Vertragsbestandteil mit unseren Geschäftspartnern. Der Supplier CoC gründet auf internationalen Konventionen wie der International Bill of Human Rights oder den Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation und definiert klare Vorgaben an all unsere Geschäftspartner zur Vermeidung negativer sozialer Auswirkungen entlang unserer Lieferkette. All unsere Geschäftspartner müssen, die im Supplier CoC enthaltenen Mindestanforderungen akzeptieren und die Umsetzung dieser Standards entlang der eigenen Lieferkette sicherstellen.

Ein Verstoß (Zero Tolerance violation) gegen unseren Supplier CoC führt zu einem sofortigen Eingreifen sowie bei schweren Fällen zur Beendigung der Geschäftsbeziehung.

Als internationales Mitglied der Business Social Compliance Initiative (amfori BSCI) und von Sedex verpflichten wir uns und unsere Geschäftspartner, den Verhaltenskodex der BSCI und von Sedex in der Wertschöpfungskette einzuhalten und umzusetzen. Sie setzen den Rahmen für grundlegende soziale und ökologische Mindeststandards, zu denen sich alle unsere Produktionspartner für eine Zusammenarbeit verpflichten müssen.

Mit unserem Handeln möchten wir einen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen leisten. Unser Ziel dabei ist, die Auswirkungen der von uns identifizierten und priorisierten Risiken durch verschiedene Maßnahmen zu verhindern beziehungsweise abzumildern. Dazu gehört unter anderem die entsprechende Ausrichtung unserer Management- und Einkaufspraktiken sowie die Sensibilisierung und Schulung relevanter Mitarbeiter, Lieferanten und Geschäftspartner.

In Anlehnung an das BSCI Audit Protokoll führen unsere lokalen qualifizierten Social Compliance Mitarbeiter in den Produktionsstätten regelmäßig eigene Audits durch. Dabei geht es insbesondere darum, in der jeweiligen Fabrik vorhandene Mängel zu identifizieren. Unsere lokalen Teams unterstützen die Fabriken dabei, die bei unseren Social Monitoring Audits oder bei externen BSCI-Audits identifizieren Mängel zu beheben. 

Sichere Arbeitsplätze

Als Folge des Einsturzes des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch haben mehr als 200 internationale Bekleidungsunternehmen und Gewerkschaften den „Accord on Fire and Building Safety“ ins Leben gerufen. Mit dem Accord setzen wir uns bei den Fabriken um verbesserten Brandschutz, eine erhöhte elektrische Sicherheit und Gebäudesicherheit in Bangladesch ein. Miles hat ihre Zulieferfabriken in Bangladesch dem Accord gemeldet und sich verpflichtet, diese im Monitoring und finanziell bei Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen. Ziel ist es, durch regelmäßige Ingenieursinspektionen mögliche Mängel in den Bereichen Gebäudestatik, elektrische Installationen oder Brandschutz zu identifizieren, diese zu beheben und dadurch zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Brandschutzes beizutragen.

Achtung der Grundrechte

Im Rahmen unseres Bekenntnisses zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (UNGP) kommen wir unserer Sorgfaltspflicht nach, Maßnahmen zu ergreifen, um nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte in unseren Lieferketten zu mindern. Mit stetigen Recherchen und Hot-Spot Analysen ermitteln wir kontinuierlich Menschenrechtsrisiken in unserer Lieferkette.

Miles respektiert die international anerkannten Menschenrechte und unterstützt deren Einhaltung. Mit Hilfe unserer Muttergesellschaft Li & Fung haben wir die Risiken und verbundenen Maßnahmen in Form unseres Modern Slavery statements definiert um das potentielle Auftreten von moderner Sklaverei in unserem Geschäftsbetrieb und Lieferketten zu mindern und proaktiv anzugehen.

Die Achtung der Grundrechte der Arbeiter durch unsere direkten Geschäftspartner überprüft unser weltweites Miles Social Compliance Team fortlaufend mittels regelmäßiger interner Assessments in den Produktionsstätten. Darüber hinaus besucht das Corporate Compliance Team unserer Muttergesellschaft Li & Fung u.A. in Form von unangekündigten „Spot Checks“ regelmäßig die Produktionsstätten. Außerdem finden regelmäßig externe Auditierung wie nach dem BSCI Standard in den Fabriken statt, die durch akkreditierte Prüfgesellschaften durchgeführt werden. Das von unserer Muttergesellschaft vorgegebene strenge interne Risikobewertungssystem ist fester Bestandteil für die Auswahl und fortlaufende Zusammenarbeit mit unseren direkten Geschäftspartnern. Mit Hilfe des internen Bewertungssystems wird basierend auf unserem Supplier Code of Conduct der Geschäftspartner in einem Stufenprinzip von A bis F nach Risikolage eingeordnet, sodass wir kontinuierlich unsere Social Compliance Performance überprüfen sowie stetig durch gezielte Schulungsmaßnahmen verbessern können. Die Social Compliance Performance der Miles Geschäftspartner fließt regelmäßig in das jährliche Reporting unserer Muttergesellschaft Li & Fung ein.

Der Fokus hierbei ist, dass unsere Geschäftspartner jegliche Art von Zwangsarbeit verbieten und alle Arbeitnehmer ein Mindestalter von 15 Jahren (oder das gesetzliche Alter im Land, falls dieses höher ist) erfüllen. Dabei gilt, dass alle Arbeitnehmer mit Respekt behandelt werden, keine Diskriminierung stattfindet und eine Gleichbehandlung gegeben ist. Ebenfalls ist ein wesentlicher Bestandteil für uns die Wahrung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlung sowie verantwortliche Arbeitnehmerverträge, Löhne, Arbeitszeiten und Kündigungspraktiken.

Die Miles GmbH verpflichtet sich einen Beschwerdemechanismus einzurichten, der für alle von der Unternehmenstätigkeit betroffenen Parteien gleichermaßen zugänglich ist. Wenn die Miles GmbH Informationen über einen Verstoß gegen die im Supplier CoC definierten Prinzipien identifiziert oder erhält, löst dies ein internes Schutzverfahren von der Miles GmbH aus.

Unternehmenstransparenz und Ethik

In regelmäßigen Abständen geben wir Trainings in den Produktionsländern, bei denen wir unsere Geschäftspartner rund um das Thema einer verantwortungsvollen Produktion schulen, uns mit ihnen dazu austauschen und sie hierfür sensibilisieren. Ohne eine vorherige schriftliche Freigabe wird eine Weitervergabe von Unteraufträgen nicht genehmigt.

Unsere Geschäftspartner verpflichten sich mit unserem Supplier Code of Conduct ethische Geschäftspraktiken einzuhalten.

Einsatz und Unterstützung von Produkt- und Lieferkettenzertifizierungen

Zur Unterstützung unserer Umwelt- und Sozialverantwortung nehmen wir an verschiedenen Systemen der Lieferkettenzertifizierungen teil. In diesem Zusammenhang halten wir Rahmenzertifikate des Forest Stewardship Council (FSC®), des Global Organic Textile Standards (GOTS), des Organic Content Standards (OCS), sowie des Global Recycling Standards (GRS) und bieten unseren Kunden entsprechend zertifizierte Artikel an.

Auf Artikelebene liefern wir eine Vielzahl unserer Artikel bereits mit einer Oeko-Tex Standard 100® Zertifizierung nach den Strengen Anforderungen des Anhang VI sowie teilweise mit einer MADE IN GREEN by Oeko-Tex® Zertifizierung.

Grüner Knopf

Wir führen Produkte mit dem Siegel "Grüner Knopf"

©Grüner Knopf: BMZ

Der Grüne Knopf ist ein staatliches Textilsiegel. Er zeichnet Textilien, wie Bekleidung und Heimtextilien aus, die nach anspruchsvollen Sozial- und Umweltstandards hergestellt wurden. Direkt am Produkt angebracht, bietet er dem Endverbraucher beim Einkauf Orientierung. Er wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen.

Sozial. Ökologisch. Staatlich. Unabhängig zertifiziert.

Um Artikel mit dem Grünen Knopf zertifizieren und ausloben zu können, werden sowohl die Produkte als auch das Unternehmen selbst geprüft. Unabhängige Prüfstellen kontrollieren die Erfüllung und Einhaltung der insgesamt 46 Kriterien.

Gut für den Menschen und die Umwelt.

Dabei geht es zum einen um die menschenrechtliche und soziale Verantwortung, wozu unter anderem die Zahlung von Mindestlöhnen, die Einhaltung von Arbeitszeiten und das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit fallen, als auch um ökologische Standards, wie zum Beispiel das Verbot von gefährlichen Chemikalien sowie Grenzwerte für Abwässer, die bei der Produktion anfallen.

Zu Beginn umfasst der Grüne Knopf die Produktionsstufen „Zuschneiden und Nähen“ sowie „Bleichen und Färben“. Zukünftig soll der Grüne Knopf weitere Produktionsstufen umfassen und Mensch und Umwelt in der gesamten Lieferkette schützen.

The Good Cashmere Standard®

The Good Cashmere Standard® by AbTF wurde 2019 von der Aid by Trade Foundation (AbTF) gegründet. Ziel des Standards ist es, für das Wohl der Kaschmirziegen zu sorgen, die Natur zu schützen und die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der Farmer und der Arbeiter auf den Farmen zu verbessern.

Zum Wohl der Tiere wurden dem Standard die ‚Five Freedoms‘, wie sie vom Farm Animal Welfare Council definiert wurden, zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass kein Tier Hunger, Durst, Unbehagen, Schmerzen, Verletzungen oder Krankheiten ausgesetzt werden darf, und die Tiere die Freiheit haben müssen, ein Leben frei von Angst und Not zu führen.

Uns ist eine kontinuierliche soziale, ökologische und ökonomische Weiterentwicklung in der gesamten Lieferkette wichtig. Dieser ganzheitliche Ansatz gilt für uns für jede Produktionsstufe, jedes Lieferland und jedes Material und beginnt bereits bei der nachhaltigen Produktion von Kaschmirwolle. Deshalb unterstützen wir den ‚The Good Cashmere Standard® by AbTF‘ als Partner.

Cotton made in Africa

Cotton made in Africa (CmiA) wurde 2005 von der Aid by Trade Foundation (AbTF) gegründet und ist ein international anerkannter Standard für nachhaltige Baumwolle aus Afrika, der eine Reihe sozialer, ökonomischer und ökologischer Auflagen enthält und nach dem Prinzip ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ durch den Handel funktioniert. Dieser Ansatz hat uns überzeugt, sodass wir als Partner von Cotton made in Africa Teil eines internationalen Netzwerkes aus renommierten Nichtregierungsorganisationen wie dem WWF, dem NABU oder der Welthungerhilfe sowie Partnern der textilen Wertschöpfungskette sind.

Und so funktioniert’s: Die Nutzung des Labels erfolgt gegen eine Lizenzgebühr. Die Einnahmen aus den Lizenzen werden in die Anbauregionen investiert und kommen dort dem Schutz der Umwelt, den Baumwollbauern, ihren Familien und den Fabrikarbeitern in den von CmiA zertifizierten Einkörnungsanlagen direkt zugute. Somit unterstützen wir als Partner von CmiA rund eine Million Kleinbauern und ihre Familien auf ihrem Weg zu einem besseren Leben. Zudem hat CmiA-Baumwolle nachweislich eine deutlich bessere Umweltbilanz als konventionell angebaute Baumwolle: Ökologischer Fußabdruck von CmiA* 1 Liter Wasser statt 2.120 Liter Wasser. Reduktion der Treibhausgasemissionen um bis zu 40%.

* Fußnote: Die Daten zum ökologischen Fußabdruck beziehen sich auf ein Kilogramm Baumwolle. Frischwasserverbrauch für 1 Kilogramm Baumwolle im globalen Durchschnitt: 2.120 Liter Wasser im Vgl. zu 1 Liter bei 1 Kilogramm CmiA-Baumwolle; Treibhausgase: Emission von Treibhausgasen berechnet für den Anbau von CmiA Baumwolle im Vergleich zum Anbau konventioneller Baumwolle (Quelle: LCA von PE INTERNATIONAL 2014).